Hörbuch-Junkies
Hier gibt's was auf die Ohren

Frauen, die Bärbel heißen



von Marie Reiners
Sprecherin Katja Riemann
1 MP3-CD, 493 Min.
erschienen im Argon Verlag
ISBN 978-3839894279

Inhalt
Bärbel Böttcher präpariert Tiere und will ihre Ruhe. Aber es kommt anders …
»Als ich an jenem Morgen mit meiner Mischlingshündin Frieda spazieren ging, lag es plötzlich da – das perfekte Stöckchen. Wenn ich sage, da lag das perfekte Stöckchen, ist das allerdings nicht ganz korrekt. Es steckte. Und zwar im Auge eines Mannes, der mausetot war. Mein erster Impuls war, das Stöckchen rauszuziehen und zu werfen. Doch bei näherer Überlegung argwöhnte ich, dass dieses Verhalten merkwürdig auf andere wirken könnte. Also griff ich trotz inneren Widerwillens statt zum Stöckchen zum Handy und rief die Polizei an. Nach zwei Stunden auf dem Kommissariat durfte ich endlich gehen. Ich hatte den Toten gemeldet, und niemand würde sich mehr für mich interessieren. Ich sollte mich irren.«

Meinung
Bärbel Böttcher präpariert Tiere und will ihre Ruhe. Aber es kommt anders …
»Als ich an jenem Morgen mit meiner Mischlingshündin Frieda spazieren ging, lag es plötzlich da – das perfekte Stöckchen. Wenn ich sage, da lag das perfekte Stöckchen, ist das allerdings nicht ganz korrekt. Es steckte. Und zwar im Auge eines Mannes, der mausetot war. Mein erster Impuls war, das Stöckchen rauszuziehen und zu werfen. Doch bei näherer Überlegung argwöhnte ich, dass dieses Verhalten merkwürdig auf andere wirken könnte. Also griff ich trotz inneren Widerwillens statt zum Stöckchen zum Handy und rief die Polizei an. Nach zwei Stunden auf dem Kommissariat durfte ich endlich gehen. Ich hatte den Toten gemeldet, und niemand würde sich mehr für mich interessieren. Ich sollte mich irren.«

Schon die Inhaltsangabe deutet an, wie ungewöhnlich dieser Roman ist. Eigentlich ein Kriminalroman könnte man ihn aber auch in der Kategorie Road Trip einordnen. Die ganze Geschichte überzeugt mit bissigem und tiefschwarzem Humor und trifft damit voll meinen Geschmack. Auch die Charaktere brillieren mit ihren Schrullen und wurden vielschichtig angelegt, so dass es eine Freude ist, ihrer Geschichte selbst zu folgen. Obwohl man eine Person wie Bärbel im echten Leben wahrscheinlich unheimlich und seltsam finden würde, wirkt sie in diesem Buch sympathisch und herrlich verschroben. Sie hat komische Ansichten und ihre Gedanken sind so wunderbar trocken, dass ich beim Hören sehr oft laut lachen musste.
Die zusätzlich erdachten Akteure punkten ebenfalls mit äußerst abstrusen Ansichten und runden das verrückte Gesamtbild der Handlung noch ab.

Der Erzählstil ist angenehm und unterhält den Hörer von Anfang bis Ende bestens. Auch das Tempo, in dem die Geschichte erzählt wird, passt bestens und hetzt nicht durch die Ereignisse. Ständig fiebert der Hörer mit den Figuren und überlegt, wie sie denn nun aus dieser oder jener Situation heraus kommen könnten.
Da für mich zum Schluss noch einige Fragen offen blieben, nämlich zum Beispiel wie es mit Bärbel und Bambi weiter geht und was hinter dem Verschwinden von Monika steckt, würde ich mich über einen zweiten Teil sehr freuen.

Gelesen wird „Frauen, die Bärbel heißen“ von Katja Riemann, die hier absolute Königsklasse abliefert. Besonders durch ihre Art die Geschichte wider zu geben, werden die Akteure lebendig und die Atmosphäre spürbar. Einfach toll gelesen, hier macht es Spaß zuzuhören.

Das Cover zeigt zwei Krähen, die auf einem Stöckchen sitzen, das im Roman eine gewichtige Rolle spielt. Sie blicken auf einen alten Röhrenfernseher, der nur Schnee zeigt. Das Cover spricht an und macht neugierig auf die Geschichte.
Verpackt ist die MP3-CD in einem Digipac aus Pappe, das im Inneren neben den Produktionsdaten auch kurze Informationen zu Autorin und Sprecherin bereithält.

Fazit
Krimi voller schwarzem Humor, der beim Hören einfach nur Spaß macht. Katja Riemann als Sprecherin überzeugt jederzeit und macht diesen ohnehin schon amüsanten Kriminalfall noch hörenswerter.
Von uns die volle Punktzahl!



AS für HBJ
Quelle Inhalt und Bild www.argon-verlag.de