Hörbuch-Junkies
Hier gibt's was auf die Ohren

Was wir dachten, was wir taten




von Lea-Lina Oppermann
Sprecher Julian Greis, Birte Schnöink, Sebastian Rudolph
3 Audio CDs, 259 Min.
erschienen bei Hörcompany
ISBN-13: 978-3945709528

Inhalt
Eingesperrt im Klassenzimmer spielt sich ein packend komponiertes psychologisches Kammerspiel ab. Das mit dem Hans-im-Glück-Preis ausgezeichnete Debüt der jungen Lea-Lina Oppermann.

Matheklausur! Plötzlich dringt eine maskierte Person ins Klassenzimmer ein und diktiert mit geladener Pistole Aufgaben, die erbarmungslos die Geheimnisse aller an die Oberfläche zerren. Arroganz, Diebstähle, blinder Opportunismus, Lügen – hinter sorgsam gepflegten Fassaden tun sich persönliche Abgründe auf. Fiona ringt fassungslos mit ihrer Handlungsunfähigkeit, Mark verspürt Genugtuung und Herr Filler schwankt zwischen Aggression und Passivität. Als sie den Angreifer enttarnen, sind die Grenzen der Normalität so weit überschritten, dass es für niemanden mehr ein Zurück gibt. Ein packend komponiertes psychologisches Kammerspiel.
Packend gelesen von drei herausragenden Thalia-Theater-Schauspielern: Julian Greis (Der Hummelreiter), Birte Schnöink (Eine Messerspitze voll Magie) und Sebastian Rudolph.

Meinung
„Kann sein, dass es dich verändert. Kann sein, es lässt dich kalt. Kann sein, dass du schon davon gehört hast, im Fernsehen oder in den Schlagzeilen. So viele Reporter, die darüber berichtet haben, Fotos geknipst und mit de Rektor gesprochen...
Wenn ja, vergiss es, nichts davon ist wahr. Wir werden dir erzählen, was wirklich passiert ist. Wir waren dabei.
Fiona Nikolaus, Anton Filler, Mark Winter“

So der einleitende Text, mit dem das Hörbuch beginnt und damit entsteht, wie vom Verlag angekündigt, ein packend komponiertes psychologisches Kammerspiel, das auf mehr als einer Ebene aufrüttelnd und erschütternd, in jeder Szene ungemein packend ist.
Die junge Autorin Lea-Lina Oppermann, 1998 in Berlin geboren, Schauspielerin, Filmemacherin und Autorin, die bereits in allen drei Gebieten ausgezeichnet wurde und noch vor der Veröffentlichung für „Was wir dachten, was wir taten“ den Hans-im-Glück Jugendliteraturpreis erhielt, hat hier mit ihren Debüt ein literarisches Meisterwerk erschaffen, das im Handlungsaufbau, Spannungsbogen und seiner Dichte in Handlung und Charakteren seinesgleichen sucht und das man in seiner Hochklassigkeit von einer so jungen Autorin kaum erwartet hätte.

Fiona und Mark sind Schüler der Oberstufe. Ihr Mathe-Lehrer Herr Filler lässt gerade eine Klausur schreiben, als die Lautsprecherdurchsage vor einem Sicherheitsproblem warnt. Alle denken sofort an einen Amoklauf. Während Herr Filler die Klausur fortsetzt, jedoch die Tür des Klassenraums abschließen lässt, zeigen sich erste Spuren von Aufsässigkeit, Angst und Protest. Einer nach dem anderen wirft die Klausur auf den Lehrertisch und wir lernen, abwechselnd aus der Sicht von Fiona, Mark und Herrn Filler erzählt, die Schüler und deren Charakter näher kennen. Plötzlich klopft es an der Tür, eine jüngere Schülerin bittet um Einlass, um sich vor dem Amokläufer zu retten. Nach einigem Hin und Her, bei dem der Lehrer durch Passivität glänzt, wird das Mädchen eingelassen, mit ihm jedoch auch der Amokläufer, der es mit einer Pistole bedroht.
Nun ist der maskierte, schweigende Täter im Klassenraum, schießt auf die Lautsprecheranlage und fordert die Schüler und den Lehrer mittels Brief zu Handlungen auf, die nicht nur erniedrigend und bloßstellend, sondern auch schmerzhaft und gefährlich sind. Eine atemlose Dynamik mit unglaublicher Atmosphäre entsteht und jeder fragt sich, woher der Täter sein spezifisches Wissen hat.
Die Intensität, die durch die wechselnden Erzähler entsteht, lässt die Geschichte zu einer Art Kammerspiel mit psychologischem Thrill werden und die Abgründe, die sich hinter den Fassaden der Protagonisten auftun, sind erschütternd.
„Was wir dachten, was wir taten“ ist ein sensationelles Debüt, das in seiner dichten Atmosphäre und absoluten Glaubwürdigkeit in jeder Szene überzeugt und das Pflichtlektüre / -hörbuch an jeder Schule sein sollte – absolut atemberaubend!

Die Sprecher Julian Greis (Der Hummelreiter), Birte Schnöink (Eine Messerspitze voll Magie) und Sebastian Rudolph lesen absolut packend und beweisen ihr Talent als herausragende Thalia-Theater-Schauspieler. Sie kreieren mitreißende Atmosphäre und lassen den Hörer förmlich an ihren Lippen hängen.

Das Cover zeigt einen beigen, holzähnlichen Hintergrund, auf dem in schlichten Großbuchstaben der Titel zu lesen ist. Gerade diese Schlichtheit, ohne unnötige Bilder oder Slogans spricht an und macht neugierig auf den Inhalt.
Verpackt sind die drei CDs in einer Kunststoffbox zum Klappen. Im Einleger finden sich Informationen zu Autorin und Sprechern und die Verteilung der Kapitel auf die einzelnen CDs.

Fazit
Tiefgreifender psychologischer Thriller mit außergewöhnlichen Sprechern, der in jeder Hinsicht überzeugt.
Hier stimmen Geschichte, Sprecher und Produktion, so dass wir gern mit voller Punktzahl und absoluter Hörempfehlung bewerten.



AS für HBJ
Quelle Inhalt und Bild www.hoercompany.de