Hörbuch-Junkies
Hier gibt's was auf die Ohren

Marco Reuter (Projekt IAH)




Bei der Hörspiel-Arena in Köln konnte ich ein paar neugierige Fragen an Marco Reuter, Hörspieler beim Projekt IAH stellen:


Hallo Marco, schön, dass Du Dir ein paar Minuten Zeit nimmst. Erzähl uns etwas über das Projekt IAH, wer versteckt sich hinter Projekt IAH?


Wir sind eine kleine familiäre und freundschaftliche Community, die sich mit der Produktion von Hörspielen und auch von Hörbüchern befasst. Wir haben lange gebraucht aber jetzt ist es endlich da, unser Erstlingswerk „Blutmond Folge 1 Rituale“. Projekt IAH bedeutet IDEE-> AUFNAHME-> HÖRSPIEL. Uns gibt es seit etwa 2 Jahren und seit Anfang des Jahres auch als kleines Unternehmen. Man will ja steuerlich alles im Rechten haben.


Kannst Du mit dem produzieren von Hörspielen Deinen Lebensunterhalt verdienen oder ist es Dein Ziel, das einmal zu können? Oder ist es das Hörspielmachen eher ein liebgewonnenen Hobby?


Wir betreiben die Hörspielmacherei lediglich als erweitertes Hobby. Wir wollen unsere Geschichten erzählen und dabei den Spaß an der Produktion nicht verlieren. Sollte Projekt IAH jemals Gewinn erzielen wird dies umgehend in die Verbesserung unserer Technik für kommende Produktionen investiert. Wenn irgendwann mal ein oder zwei professionelle Sprecher davon bezahlt werden könnten wäre das natürlich die Erfüllung aller Träume.


Welche Projekte habt Ihr bis jetzt realisiert?


Leider bis jetzt noch keines. Die privaten Umstände haben es leider nicht zugelassen, dass wir unsere Pläne rechtzeitig verwirklichen konnten. Aber wir geloben Besserung und haben einige Projekte am Start, die noch in diesem Jahr verwirklicht werden.


Woher kommen die Ideen für Eure Hörspiele, wer schreibt die Geschichten?

Wir sind ein dreiköpfiges Autorenteam, dass sich aus meiner Schwester, Michaela Hentges, meinem Kollegen, Günter Kordel und mir selbst zusammensetzt. Jeder bringt seine Ideen ein, dadurch haben wir ein riesiges Repertoire an Ideen für viele viele Hörspiele. Für einen externen Autor haben wir auch ein Hörbuch produziert. Es ist bereits fertig und wir warten noch auf die Lieferung der CDs. Jeder Interessierte, der eine gute Story hat darf sich an uns wenden. Wir prüfen gerne die Möglichkeit einer Vertonung.


Welches Hörspiel-Genre bevorzugt Ihr? Bedient jeder Autor eine eigene Sparte oder werft Ihr Eure Ideen zu einem Thema in einen Topf und kreiert gemeinsam die Geschichten?

Wir fangen zwar mit Horror-Hörspielen an aber das soll uns nicht einschränken. Geplant sind unter anderem ein Western Hörspiel, ein Action Hörspiel und ein Hörspiel das im 2. Weltkrieg angesetzt ist. Letzteres wird dann allerdings „nur“ auf Youtube als kleine Serie verfügbar sein. Jeder aus dem kleinen Autorenteam arbeitet an allem mit. Klar, jeder hat seine Vorlieben und darf dann verstärkt an der Story arbeiten. Günter z.b. arbeitet häufiger an „Alpha Platoon“ dem Action Hörspiel, Ela und ich konzentrieren uns dann mehr auf das neue Horror-Hörspiel „Schrei so laut du kannst“.


Erzähl ein bißchen über Euer aktuelles Projekt Blutmond, worum geht es, wieviele Teile sind geplant, welche Sprecher beteiligt?

In Blutmond geht es um den 21.12.2012 und was „wirklich“ passiert ist. Es geht um Frank ( sprich Fränk ) Klein, der durch einen Zufall an die Kräfte eines Hexenmeisters kommt und dadurch in ein Szenario gelangt, welches er sich in seinen schlimmsten Albträumen nicht vorstellen konnte. Die erste Staffel besteht aus 6 Folgen wobei die ersten beiden Teile eine Doppelfolge darstellen. Folge 1 Rituale ist somit mit einem Cliffhanger versehen. Wir haben unsere Texte selbst eingesprochen, Freunde und Familienmitglieder wurden eingespannt und alle waren mit Spaß an der Sache beteiligt. Sicherlich wird man hier und da merken, dass hier keine Profis am Werk waren, aber ich hoffe man merkt zumindest, dass wir unsere Aufgabe mir viel Spaß, viel Humor und viel Leidenschaft angegangen sind.


Wie bist Du zum Hörspiel und später Hörspielmacher geworden ?

Hörspiele waren ein großer Bestandteil meiner Jugend und ich hatte schon immer den Punkt „Ein Hörspiel produzieren“ auf meiner jährlichen ToDo-Liste. Bis letztes Jahr ist nichts daraus geworden aber jetzt ist es endlich soweit.


Welches war Dein erstes Hörspiel?


Ok, da muss ich mal kurz überlegen aber die Antwort ist schnell gefunden. Es war „Der Superpapagei“ von den 3 Fragezeichen. Damals noch auf LP. Die Platte war unser Heiligtum und wurde bestimmt tausendmal abgespielt. Ein weiteres Hörspiel, das mir in den Sinn kommt und jährlich zu Weihnachten gespielt wurde ist „Susi und der Weihnachtsmann“. Kennt sicherlich keiner da draußen.


Gibt es noch Hörspiele aus Deiner Jugend, die Du immer noch gern hörst?

Aber sicher. Ich höre mir regelmäßig alle Folgen der Jan Tenner-Classic-Serie an. Sie waren ein Bestandteil meiner Jugend und das Tenner-Team begleitet mich auch noch in den kommenden Jahren. Jemand sollte die Serie mal im Classic-Stil fortsetzen. Ich spreche auch gerne den Professor Zweistein. Verrückt genug bin ich.


Welches Hörspiel / Hörbuch hörst Du momentan?

Im Moment lausche ich dem neuen Hörbuch von Dan Brown „Inferno“. Es ist spannend aber leider nicht so fesselnd wie die Vorgänger, denn dann wäre ich schon damit fertig. Das letzte Hörspiel was ich mir angehört habe ist „Die Schläfer“ von Vitaphon. Ein Meisterwerk.


Hast Du einen Lieblingssprecher?

Hier gibt es ein eindeutiges „JA!“ Ich bin ein Mega-Fan von David Nathan. Er hat eine sehr beruhigende Stimme und kann sich in alle Rollen hinein versetzen. Ein Traum von mir wäre es seine Stimme in einem unserer Hörspiele zu hören.


Vielen Dank für dieses Gespräch!

Erfahrt hier mehr über das
Projekt IAH und das neue Hörspiel "Blutmond"!




AM für HBJ, Fotos Marco Reuter / Projekt IAH