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Lost in Fuseta



von Gil Ribeiro
Sprecher Andreas Pietschmann
6 Audio CDs, 431 Min.
Erschienen im Argon Verlag
ISBN-13: 978-3839815540

Inhalt
Von der Elbe an den Atlantik: Leander Losts erster Fall
Kriminalkommissar Leander Lost wird im Rahmen eines Europol-Austauschprogramms für ein Jahr von Hamburg nach Portugal geschickt. Er landet in Fuseta, einem idyllischen Fischerdorf an der Algarve. Schon direkt nach seiner Ankunft geraten er und seine beiden portugiesischen Kollegen in einen Mordfall. Ein Privatermittler wird tot aufgefunden, und schnell finden sich viele verprellte Ehemänner, die es auf ihn abgesehen haben könnten. Auch Lost scheint ein wunderlicher Zeitgenosse zu sein. Warum fotografiert er jeden, dem er begegnet? Und wieso spricht er nach nur ein paar Wochen Sprachkurs fast perfekt Portugiesisch? Lost hat ein Handicap, aber das erweist sich als sehr nützlich bei seiner Polizeiarbeit.

Meinung
Als der Hamburger Polizist Leander Lost für ein Jahr nach Portugal versetzt wird, haben sich seine neuen Kollegen schnelle eine Meinung über ihn gebildet: Leander ist typisch deutsch, blass und ein wenig seltsam. Dass er nach einigen Wochen fast perfekt portugiesisch spricht, aber keinen Sinn für Humor und Ironie hat, ist merkwürdig, aber leicht durch sein Asperger-Syndrom zu erklären. Dadurch hat er ein fotografisches Gedächtnis, kann aber die Mimik seiner Mitmenschen und deren Humor nicht deuten und verärgert sie regelmäßig damit.
Gleich nach seiner Ankunft müssen Graciana, Carlos und Leander zu einem unklaren Todesfall, der sich bald als Mord entpuppt.
Während das Trio die ersten Spuren im Büro des Mordopfers sichten, werden sie angegriffen und das Büro in Brand gesteckt. Bevor Esteves als Geisel genommen werden kann, schießt Leander sowohl den Kollegen als auch den Verbrecher an. Dass Lost einen der ihren verletzt hat, macht ihn in der Truppe nicht wirklich beliebter.
Allerdings kann der scharfe analytische Verstand Leanders recht bald die Zusammenhänge zwischen dem aktuellen Mordfall und dem länger zurückliegenden Unfalltod einer Biologin herstellen.
Die Spuren führen zu einer dubiosen Firma, die die Wasserversorgung der Region übernommen hat. Neben dem Verbrechersyndikat mischt auch ein Maulwurf aus Polizeikreisen mit.

„Lost in Fuseta“ ist ein spannender Kriminalroman, der sich nicht nur mit den Ermittlungen, sondern auch einfühlsam mit Begabungen und Nachteilen des Asperger Syndroms auseinandersetzt und damit zu einer außergewöhnlichen Geschichte wird. Außerdem erfährt der Hörer ganz nebenbei viel über Land und Leute und auch das ist ein schöner Aspekt.
Durch das Treffen von Lost und Zara, der Tochter eines Mordopfers, kommt auch ein kleiner, sich langsam entwickelnder romantischer Faktor in die Geschichte, was eine sehr schöne Entwicklung ist.

Gelesen wird die Geschichte von Andreas Pietschmann, der eine enorme interpretatorische Bandbreite und Facettenreichtum an den Tag legt. Seine Lesung ist ausdrucksstark und mitreißend und gibt der Geschichte genau das richtige Tempo.

Das Cover zeigt eine kleine gepflasterte Gasse, die links und rechts von Häusern gesäumt wird. Am Ende der Gasse ist das Meer zu sehen. Das Cover weckt sofort Lust auf Urlaub und Meer und ist sehr ansprechend.
Verpackt sind die sechs CDs in einem Jewelcase zum Klappen.

Fazit
Ein spannender Krimi mit interessanter Kulisse und dem spannenden Detail des Asperger Syndroms, gelesen von gutem Sprecher und mit glasklarer Produktion. Volle Punktzahl.



AS für HBJ
Quelle Inhalt und Bild www.argon-verlag.de