Hörbuch-Junkies
Hier gibt's was auf die Ohren

In Zeiten des abnehmenden Lichts



Das Original-Hörspiel zum Film
von Matti Geschonneck
Sprecher Stephan Schad, Bruno Ganz, Hildegard Schmahl, Sylvester Groth, Natalia Belitski, Alexander Fehling u.a.
2 Audio CDs, ca. 114 Min.
erschienen bei Jumbo
ISBN-13: 978-3833738012

Inhalt
Der Niedergang der DDR, verflochten mit einer fesselnden Familiengeschichte: Regisseur Matti Geschonneck formt aus Eugen Ruges vielfach ausgezeichnetem Bestseller einen atemberaubenden Film.
Ostberlin im Frühherbst 1989: Wilhelm Powileit, hochdekoriertes SED-Mitglied, wird heute 90 Jahre alt. Ehefrau Charlotte, Wilhelm in inniger Verbitterung verbunden, gratuliert ebenso wie Sohn Kurt samt Gattin Irina. Nur einer fehlt am kalten Büffet: Enkelsohn Sascha, der - so erfährt der Familienpatriarch entgeistert - wenige Tage zuvor in den Westen abgehauen ist ... Ein turbulenter Abend beginnt, an dem sich immer mehr Geheimnisse ihre Bahn brechen.

Meinung
Der Niedergang der DDR, verflochten mit einer fesselnden Familiengeschichte: Regisseur Matti Geschonneck formt aus Eugen Ruges vielfach ausgezeichnetem Bestseller einen atemberaubenden Film.
Ostberlin im Frühherbst 1989: Wilhelm Powileit, hochdekoriertes SED-Mitglied, wird heute 90 Jahre alt. Ehefrau Charlotte, Wilhelm in inniger Verbitterung verbunden, gratuliert ebenso wie Sohn Kurt samt Gattin Irina. Nur einer fehlt am kalten Büffet: Enkelsohn Sascha, der - so erfährt der Familienpatriarch entgeistert - wenige Tage zuvor in den Westen abgehauen ist ... Ein turbulenter Abend beginnt, an dem sich immer mehr Geheimnisse ihre Bahn brechen.

Einige Jahre nach dem Erscheinen der Romanvorlage hat nun Matti Geschonnek die Geschichte „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ verfilmt und daraus ist auch das Hörspiel zum Film entstanden.
Die Geschichte spielt 1989, die DDR steht am Abgrund und alles, was man bisher in der DDR kannte und gelebt hat, zerbröckelt langsam, doch die Linientreuen wollen dies nicht wirklich wahrhaben. Mittendrin feiert das treue Parteimitglied und Familienpatriarch Powileit seinen 90. Geburtstag.
Auch wenn die eine oder andere komische Inszenierung kurz aufblitzt, es handelt sich nicht um eines jener Werke, das sich über die Weltfremdheit und das Skurrile der DDR lustig macht. Auch wenn viele Szenen grotesk wirken, so wird den Akteuren dennoch nicht abgesprochen, dass sie ihre eigene biographische Logik haben, die sogar in einem Systemzusammenhang steht.
„In Zeiten des abnehmenden Lichts“ ist eine interessante Geschichte, die noch einmal die Ereignisse aus Sicht der DDR-Bürger zeigt und dabei eine Perspektive wählt, die die Tragik eines gescheiterten Projekts deutlich macht, dabei aber niemanden lächerlich macht, sondern im Gegenteil starke Charaktere und teils sympathische Menschen zeigt.
Natürlich ist das Thema ernst und die Darstellung erfolgt über starke Dialoge und gezielt gesetzte Pausen, das dürfte nicht jedermanns Fall sein, aber interessant und hörenswert ist die Geschichte allemal.

Das Hörspiel wurde unter Verwendung des Tonmaterials produziert, das im Film von den Schauspielern eingesprochen wurde. Ergänzend kommt als Sprecher Stephan Schad hinzu, der bereits reichhaltige Erfahrungen als Sprecher für Hörspiele und Hörbücher, Schauspieler und Sprecher für Funk und Fernsehen sammeln konnte. Von dieser Erfahrung profitiert auch dieses Hörspiel und erhält mit Stephan Schad einen atmosphärischen Erzähler, der mit seiner ruhigen und präzisen Art überzeugt.
In den weiteren Rollen sind u.a. Bruno Ganz, Hildegard Schmahl, Sylvester Groth, Natalia Belitski und Alexander Fehling zu hören.

Das Cover ist angelehnt an das Kinoplakat und zeigt den rüstigen Jubilar mit Sonnenbrille in einer Badewanne.
Verpackt sind die beiden CDs in einem Jewelcase aus Kunststoff, das im Einleger die Cast- und Produktionsdaten, die Titel der einzelnen Kapitel und verschiedenen Szenenbilder enthält.

Fazit
Ernste Geschichte, die geschickt in ein Hörspiel verwandelt wurde und von ihren starken Charakteren lebt.
Wir vergeben vier von fünf Punkten.



AS für HBJ
Quelle Inhalt und Bild www.goyalit.de